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Im Projekt DigiVine werden verschiedene Fragestellungen über die Möglichkeit der Digitalisierung im Weinbau beantwortet. Wir fokussieren uns auf einzelne Anwendungsfälle mit den Schwerpunkten: Pflanzung, Wegeführung, Pflanzenschutz, Reife und Ertrag.
In diesem Newsletter finden Sie unseren aktuellen Stand in den Anwendungsfällen Reife und Ertrag.
Ziel ist ein Handsensor, der die direkte Erfassung von Zucker und Säure im Feld zerstörungsfrei ermöglicht. Dazu haben wir im Jahr 2020 zwei Prototypen des Sensors im Labor erfolgreich getestet und die Referenzdaten für die Kalibrierung erhoben. Im Jahr 2021 waren wir mit einem mobilen Sensor im Zeitraum von August bis Oktober in 16 Weinbergen der Winzergenossenschaft Deutsches Weintor unterwegs. Durch eine Bluetooth Verbindung kann die Messung in Echtzeit auf dem Tablet visualisiert werden. Um die Genauigkeit der Vorhersage weiter zu verbessern, haben wir 2021 wieder rund 2.400 Einzelbeeren erfasst. Parallel haben wir an jedem Probenzeitpunkt je Parzelle noch eine 100-Beeren Mischprobe gesammelt, damit wir die Genauigkeit der Schätzungen aus Einzelbeeren validieren können. Nach Anlieferung der Proben im Labor wurden Zucker- und Säuregehalt (Glucose, Fructose, Weinsäure und Äpfelsäure) im Labor analysiert.
2021 haben wir außerdem die Möglichkeit getestet, das Ertragsgewicht in Echtzeit während der Lese auf dem Traubenvollernter zu erfassen. Es wurden verschiedene Sensorsysteme aufgebaut und getestet. Die ersten Testergebnisse sehen vielversprechend aus.
Um die Qualität des Leseguts zu beurteilen und in Zukunft selektiv mit der Maschine lesen zu können, arbeiten wir an einem Sensor System zur Anbringung am Traubenvollernter. Es besteht aus einer Kamera mit 5 Kanälen. Neben roten, grünen und blauen Kanälen besitzt die Kamera zwei Kanäle im nahen-infrarot Bereich, das sind Bereiche die mit dem menschlichen Auge nicht gesehen werden können aber Informationen über Inhaltsstoffe liefern können. Als Sensorplattform zum Testen der Kamera verwenden wir den Phenoliner (ein umgebauter Traubenvollernter).
Gemeinsam mit den Forschenden aus den weiteren Digitalen Experimentierfeldern im Bereich Weinbau haben wir das Format “Schlagabtausch” gestartet. Hier präsentieren wir neueste Erkenntnisse aus unserer Forschung zur Digitalisierung im Weinbau und stellen diese zur Diskussion. Winzerinnen und Winzer, Studierende und Lehrende, Berufs- und Fachschüler*innen und alle Interessierten sind eingeladen, mit zu diskutieren.
Ausbildung und Wissenstransfer im Weinbau digital gestalten, darum geht es bei der nächsten Folge Schlagabtausch. Am 01. Februar 2022 findet ab 17 Uhr zum zweiten Mal das interaktive Diskussionsformat Schlagabtausch statt. Das Format findet erneut online statt. Weitere Infos sowie den Teilnahmelink zur zweiten Episode des Schlagabtausches finden Sie unter https://schlagabtausch.ef-sw.de/. Die Teilnahme ist kostenlos.
Schalten Sie rein und gestalten Sie die Zukunft des Weinbaus mit!
Unter diesem Motto stand unsere Umfrage zum Thema Digitalisierung im letzten Newsletter. Sie wurde an an über 500 Winzer verschickt.
Vielen Dank für Ihre Teilnahme!
Heute wollen wir Ihnen einige der Ergebnisse vorstellen. Vollständige Ergebnisse finden Sie unter folgendem Link:
Die Antworten stammen zumeist von Winzern, im Alter von 30 – 39 Jahren, mit einem eigenen Weinbaubetrieb in der Pfalz.
Laut Umfrage informieren sich Winzer bevorzugt direkt bei Fachleuten und Unternehmen, sowie über Fachzeitschriften.
Interaktive Medien, wie Instagram, Twitter, LinkedIn, Youtube können in Zukunft schnellere und aktuellere Information liefern.
Laut der Umfrage sind die digitalen Lösungen für Außenbetrieb und Warenwirtschaft für die Winzer am relevantesten. Über 60% der befragten Winzer haben bereits in mindesten eine digitale Lösung investiert, zumeist für den Außenbetrieb.
Verschiedene digitale Anwendungsfälle sind in naher Zukunft vorhersehbar. Mehr als die Hälfte der befragten Winzer finden selektiven Pflanzenschutz (76%), Optimierung der Prozessfolgen über eine ganze Saison (71%) und selektive Düngung (70%) sehr relevant für ihre Betriebe. Dafür würden mehr als 50% der befragten Winzer mehr als 2.500 € investieren. Die befragten Winzer geben eine hohe Bereitschaft, für höhere Investitionskosten bei GPS-gesteuerte Landmaschinen, selektiven Lese und der Optimierung der Prozessfolgen über eine ganze Saison an.
Das Projekt DigiVine beschäfftigt sich ebenfalls mit der Entwicklung von Sensoren für die selektive Lese und Ertragsschätzung, darüber werden wir ihnen im nächsten Newsletter berichten.
Für weiterführende Information besuchen Sie uns auf unserer Homepage (digivine.org) oder in den sozialen Medien (@digi_vine).
Nehmen Sie dafür ganz einfach an unserer Umfrage Teil, es dauert wirklich nicht lange. Einfach auf folgenden Link klicken: DigiVine
Im 21. Jahrhundert ist die Digitalisierung nicht mehr wegzudenken. So auch im Weinbau. Doch was ist Digitalisierung eigentlich?
Die Digitalisierung hat viele Gesichter. Vielen ist sie vor allem als Umwandlung von etwas Analogem in eine digitale Form bekannt, doch es steckt viel mehr dahinter. Für das Projekt DigiVine spielt insbesondere die Vernetzung, sowie die Neuausrichtung und Optimierung von Arbeits- und Unternehmensprozessen die größte Rolle.
Unser Ziel ist es, ein Modell für den Weinbau aufzubauen, welches eine potenzielle digitale Lösung verschiedener Anwendungsfälle - von der Pflanzung bis hin zur Traubenanlieferung, darstellen soll.
Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten wir sowohl in Kooperation mit zwei weiteren Forschungsinstituten (Technische Universität Kaiserslautern (TUK), Fraunhofer IOSB), als auch mit Betrieben der Trauben- und Weinerzeugung, IT-Dienstleistern und Herstellern für Weinbaugerätetechnik, um die einzelnen Anwendungsfälle mit den Schwerpunkten Pflanzung, Wegeführung, Pflanzenschutz, Reife und Ertrag optimal zu bearbeiten.
Mit diesem Newsletter stellen wir Ihnen jedes Quartal einen neuen Anwendungsfall vor.
Winzer beobachten den Reifeverlauf meist nur über die Erfassung von Zuckerwerten (mittels Handrefraktometer) oder sie greifen auf zeitaufwendige, teure und destruktive Labormessungen (z.B. Titration, FTIR-Spektroskopie) zurück.
Im Projekt DigiVine entwickeln wir einen mobilen Handsensor, welcher die direkte Erfassung von Zucker als auch Säure im Feld zerstörungsfrei ermöglicht.
Zum Einsatz kommt dieser Sensor z.B. zur Bestimmung des optimalen Lesezeitpunktes durch den Winzer oder bei den Reife- und Qualitätsbewertungen der Winzergenossenschaftsflächen.
In diesem Jahr haben wir zwei Prototypen für den mobilen Handsensor fertiggestellt, im Labor getestet und Referenzdaten zur Kalibrierung erstellt.
Zur Beprobung wurden zum einen interne Flächen des Geilweilerhofes genutzt; darüber hinaus wurden uns 16 externe Flächen der Winzergenossenschaft „Deutsches Weintor“ bereitgestellt. Um die Vielfalt der unterschiedlichen Rebsorten auszunutzen, gleichzeitig aber die Probenanzahl überschaubar zu gestalten, haben wir mit 6 Sorten gearbeitet (Riesling, Chardonnay, Grauburgunder, Dornfelder, Spätburgunder und Dakapo).
Für die Sensortestung haben wir insgesamt rund 2.400 Einzelbeeren über 7 bis 9 Wochen (von Anfang der Véraison bis 1 Woche nach der Lese) gesammelt.
Zudem können Sie sich schon auf den nächsten Newsletter freuen, indem wir einen weiteren spannenden Anwendungsfall von DigiVine vorstellen.